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Hoffnung für Blinde durch neue Technologie
Kleinstes Exponat bei Computer.Medizin

Die Sonderausstellung Computer.Medizin öffnet am 25. Oktober im Heinz Nixdorf MuseumsForum ihre Pforten der Öffentlichkeit. Mittlerweile treffen die ersten Exponate in der Fürstenallee ein. Das kleinste Objekt, das in der Ausstellung gezeigt werden wird, ist zugleich eines der spektakulärsten. Es gibt Blinden mit einer bestimmten Netzhautdegeneration Hoffnung, wieder sehen zu können.
Das von der Bonner Firma IIP Technologies entwickelte Retina-Implantat befindet sich noch im Entwicklungsstadium und ist erfolgreich einem klinischen Test unterzogen worden. Es ist eine lernfähige Sehprothese, eine künstliche Netzhaut, die die ausgefallenen informationsverarbeitenden Funktionen der Netzhaut überbrücken und ersetzen soll. Den blinden Patienten wird dadurch eine eingeschränkte Sehwahrnehmung zurückgegeben, die eine Orientierung in unbekannter Umgebung ermöglicht.
Das System besteht aus drei Hauptkomponenten. Das „Visual Interface“ ähnelt äußerlich einer größeren Sonnenbrille. Hauptbestandteil ist eine integrierte Kamera, die ihre Bilder an einen handtellergroßen Prozessor weiterleitet, der am Gürtel getragen werden kann. Dieser Mikrocomputer wandelt die Bilddaten in Stimulationskommandos um, die drahtlos an den „Retina Stimulator“ weitergeleitet werden. Dieses fünf Zentimeter lange Implantat wird ins Auge eingesetzt und überträgt die eingehenden Signale in Impulse, die die Netzhaut elektrisch reizen und somit für eine Sehrwahrnehmung sorgen.
Dieses Wunderwerk der Technik ist in der Ausstellung Computer.Medizin Teil des Bereichs „Hilfen für den Körper“, der anhand zahlreicher Beispiele anschaulich verdeutlicht, welche Bedeutung der Computer heute in den Bereichen Rehabilitation und Prothetik einnimmt. Mehr Informationen unter www.computer-medizin.de.
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